H I S T O R I E / G R Ü N D U N G S G E S C H I C H T E

Was kaum jemand für möglich hielt als am 26. März 1974 im Hotel "Marmota" die Interessentenversammlung und anschließend die Gründungsversammlung stattfand, ist zwischenzeitlich wohl auch den größten Gegnern eines Tennisclubs von damals Wirklichkeit geworden. Ein Club, der von kleinsten Anfängen eine Entwicklung genommen hat, wie man sich dies nie hätte träumen lassen. Doch zurück zu den Anfängen, zum Beginn eines ungewissen Unternehmens.

 

Nach Fertigstellung des Walgaubades, es war damals sicher das Schönste in unserem Land, begannen die gleichen Initiatoren uzw der damalige Vizebürgermeister und Sportreferent der Gemeinde, Siegfried Häusle, mit dem Baumeister der Gemeinde, Ing. Walter Westreicher und der Sekretärin, Frau Irma Hirschauer, mit dem Projekt "Tennisclub Nenzing".

 

Es war ein schwieriger Weg, doch glaubten sie an einen Erfolg. Es galt nun eine geeignete Fläche zu finden und was wohl noch ausschlaggebend war, geeignete Funktionäre die für den Club eintraten.

 

Ein freies Grundstück neben dem Walgaubad, das der Gemeinde gehörte wurde in Augenschein genommen und nach Rücksprache mit Fachleuten für geeignet befunden. Es galt also, diese Freifläche von der Gemeinde zu bekommen. Ein entsprechendes Ansuchen an den Gemeindevorstand und die Gemeindevertretung erbrachte ein positives Ergebnis. Es sei hier gleich vorweg nochmals für dieses große Verständnis der damaligen Gemeindevertretung recht herzlich gedankt.

Zwischenzeitlich wurden bereits entsprechende Vorarbeiten für die Platzgestaltung und Situierung geleistet, wie auch schon verschiedene persönliche Werbungen für die Mitgliedschaft zu einem noch zu gründenden Tennisclub vorgenommen wurden.

Es war ein harter Weg der zum Erfolg führte. Immer wieder wurde man belächelt und verschiedentlich mußte man hören, daß sich dieser "Nobelclub" in weißen Höschen und weißen Röckchen sicher bald wieder auflösen wird, sofern es überhaupt zu einer Gründung komme.

 

Mehrere Freunde des Tennissports, darunter aber einer ganz besonders und zwar der seit 20 Jahren dem Club vorstehende Präsident Anton SCHNETZER (aktuell: Sauerwein Aldo), waren es, die einen wesentlichen Anteil am Zustandekommen des Clubs hatten.

 

Aber so recht glaubten selbst die Initiatoren noch nicht an einen Erfolg, als für den 26. März 1974 die Gründungsversammlung einberufen wurde, bzw die Bevölkerung von Nenzing und Umgebung eingeladen wurde.

Protokoll aus der Gründungsversammlung:

 

A) Eröffnung und Begrüßung der Interessentenversammlung durch GR. Sigfried Häusle. Zweck und Aufgaben des zu gründenden Tennisclub Nenzing. Geleistete Vorarbeiten für den Spielplatz durch die Gemeinde Nenzing sowie eingeholte Offerte für die Anlagen. (Kurzbericht vom Gemeindebaumeister Ing. Walter Westreicher). Erfassung und namentliche Zustimmung zur Mitgliedschaft zum Tennisclub. Nach einer Unterbrechung der Interessentenversammlung konnte der Vorsitzende stolz verkünden, daß von den 41 Anwesenden, 32 eine schriftliche Erklärung zur Mitgliedschaft zum Tennisclub abgegeben haben. Damit waren die Voraussetzungen für die Gründungsversammlung gegeben.

 

B) Gründungsversammlung: Der Vorsitzende führte aus, daß er sich freue, daß die Interessenversammlung auch gleich zur Gründungsversammlung wurde.
Sogleich wurden die Wahlen für den Clubvorstand vorgenommen. Es sei vorweg gesagt, daß die einzelnen Abstimmungen nicht im Detail wiedergegeben werden. Aus mehreren Vorschlägen wurden folgende Funktionäre gewählt:

Präsident: Anton Schnetzer
Stellvertreter: Siegfried Häusle
Schriftführer: Irma Hirschauer
Kassier: Ing. Franz Tomaselli
Sportwart: Engelbert Ströhle
Jugendsportwart: Engelbert Giedl
Beiräte: Ing. Walter Westreicher, Anton Moosbrugger, Schlins, Siegfried Bertsch, Frastanz, Wendelin Ritter. Rechnungsprüfer: Oskar Gantner, Ivar Hafsett.

 

Somit war der erste Vorstand des Tennisclub Nenzing gewählt. Während die Statuten einstimmig genehmigt wurden, wurde der Vorstand mit der Ausarbeitung und Festsetzung der Aufnahmegebühr und des Mitgliedsbeitrages beauftragt. Der anwesende und dem Tennissport sehr verbundene Bürgermeister Erich Schallert gratulierte zur Gründung und dankte den Funktionären für die übernommenen Aufgaben.

 

Er führte aus, daß der Gemeindevorstand beschlossen habe, den mit großen Kosten errichteten Platz dem Club unentgeltlich auf längere Zeit zur Verfügung zu stellen.

Ing. Walter Westreicher bringt in seinen Ausführungen auch die von der Gemeinde Nenzing bereits getätigten Investitionen für die Tennisplätze zur Kenntnis. Diese betrugen einschließlich der Zaunerstellung an der Ostseite des Walgaubades ATS 627.600.--. Weiters berichtet er über die eingeholten Offerte für zwei Plätze, die sich auf rund ATS 400.000.-- belaufen würden. Es war also ein Anfang gegeben, sowohl im Mitgliederstand, als auch in den Vorarbeiten für die Anlagen. In wenigen Monaten wurde nunmehr eine Anlage geschaffen, die auch im Vorarlberger Tennisverband größte Anerkennung fand. Es wurden gleich vier Plätze und ein Platz mit einer zu Übungszwecken wichtigen Schlagwand erstellt.

 

Mit Unterstützung der Gemeinde und dem unermüdlichen Fleiß der Mitglieder und Funktionäre des Clubs konnte bereits im Herbst des Gründungsjahres der Spielbetrieb aufgenommen werden. Die Mitgliederwerbung wurde nunmehr intensiviert und die breite Öffentlichkeit zu einem Tag der "offenen Tür" eingeladen. Dies brachte einen sprunghaften Anstieg in der Mitgliederzahl. Was aber dem Clubvorstand besonders wichtig war, man war auf dem besten Weg vom "Nobelclub" wegzukommen und zum Club für die Allgemeinheit zu werden.

 

Das besondere Ziel war nunmehr die Förderung der Jugend und Schüler. Dieses Bemühen hat sich gelohnt. Wer heute in der Spielsaison die Clubanlagen besucht, wird feststellen, daß Erwachsene, Jugendliche, Schüler und selbst Kinder aus allen Bevölkerungsschichten mit großem Eifer den Tennissport ausüben und das Platzangebot auf Grund der starken Nachfrage schon zu klein geworden ist. Selbst die seinerzeit größten Nörgler anerkennen heute die Richtigkeit der Gründung eines Tennisclubs.

 

Aber schon wartete ein neues Problem auf die Clubleitung. Der Bau eines Clubhauses war unabdingbar geworden. Man brauchte Umkleidekabinen, Duschräume, Sanitäranlagen und nicht zuletzt auch einen entsprechenden Clubraum. Ein Raumordnungsprogramm wurde durch den Vorstand erarbeitet und Ing. Walter Westreicher mit der Planung beauftragt. Nach der baubehördlichen Genehmigung durch die Gemeinde konnte der Spatenstich erfolgen. Auch hier, nicht nur auf den Spielplätzen, zeigte sich die Verbundenheit der Mitglieder zum Club.

Was sonst kaum noch möglich ist, hier wurden 3.800 (!) Fronstunden vom Vorstand und den Clubmitglieder geleistet.

 

Mit der Ferfigstellung des Clubheims - das über Kredite finanziert werden mußte - stiegen selbstverständlich auch die Belastungen für den Club. In dieser Situation zeigte unsere Gemeinde größtes Verständnis durch ganz gezielte Förderungsmaßnahmen. Es fehlt aber noch die Bürgschaft für die aufgenommen Darlehen. Hier zeigte sich erneut, welch guten Griff man mit dem Präsidenten Anton Schnetzer gemacht hatte. Er war es dann, der mit seinem Privatvermögen für die Darlehen die Haftung übemahm.

 

Das Clubhaus beinhaltet im Parterre einen Raum für den Trainer, Umkleideräume für Damen und Herren mit angeschlossenen Duschräumen, sowie Sanitäranlagen und Vorratsräume. Das Obergeschoß dient als Clubraum mit etwa 100 Sitzplätzen, einer Theke und einer kleinen Küche. Die Bewirtschaftung erfolgt unentgeltlich durch Clubmitglieder, sodaß alle Einnahmen ausschließlich dem Club zukommen. Viele Unterhaltung sportlicher, aber auch gesellschaftlicher Art zeigen auf, wie wichtig eine eigene Heimstätte ist. Das Clubhaus wurde schon mehrmals auch anderen Vereinen zur Verrügung gestellt.

 

Durch die immer größer werdende Mitgliederzahl - der Club zählt heute bereits über 250 Mitglieder - war es unumgänglich, einen 5. Spielplatz zu errichten. Aber selbst mit dieser Ei-richtung kann dem Spielbedarf kaum noch Rechnung getragen werden.

Auch das Clubheim wurde neu saniert und der vorgezogene Balkon, der durch Witterungseinflüsse stark gelitten hat, durch einen neuen ersetzt. Alles Aufwendungen, die aus der Clubkassa zu bezahlen sind, von Außenstehenden aber kaum zur Kenntnis genommen werden. Harmonie und ein gutes Verständnis zur Clubleitung, unter Führung von Clubpräsident Anton Schnetzer, der nunmehr seit der Gründung des Tenniselubs Nenzing vor fast genau 20 Jahren diesen mit Umsicht und Geschick leitet kennzeichnen einen Verein, der ursprünglich belächelt, heute aber erfreulicherweise zum Allgemeingut geworden ist.

 

Harmonie und ein gutes Verständnis zur Clubleitung, unter Führung von Clubpräsident Anton Schnetzer (aktuell: Dr. Sauerwein Aldo), der seit der Gründung des TC Nenzing vor gut 25 Jahren diesen mit Umsicht und Geschick leitete, kennzeichnen einen Verein, der ursprünglich belächelt, heute aber erfreulicherweise zum Allgemeingut geworden ist.